Wir empfehlen generell für alle Sorten
eine Anzucht in Töpfen. Zwar können die meisten Sorten auch
direkt ins Beet gesät werden, jedoch hat man dann meist eine erheblich
geringere Ausbeute an Pflanzen: Feinsamen werden durch Regengüsse
schnell verspült, große Samen, z. B. von Wicken oder Kapuzinerkresse
sind Leckerbissen für viele Vögel, Keimlinge für Schnecken.
Extreme Temperatursprünge oder tagelange Trockenheit führen
ebenfalls zu Ausfällen. Da es sich bei unseren Sorten zu 70% um
teure Raritäten und Spezialsorten handelt, wäre es einfach
schade, das Saatgut im Beet zu verlieren! Wer mag, kann das Saatgut auch
teilen: halb ins Beet, halb in Töpfe. Stellen Sie die Aussaaten
in den Töpfen geschützt auf, am besten im Halbschatten an einer
Hauswand oder Balkonwand.
Sie können in Saatschalen aussäen, sehr viel besser eignet
sich jedoch die Aussaat in Plastiktöpfen mit einem Durchmesser von
10 bis 12 cm. Säen Sie nicht zu eng und lassen Sie die Pflanzen
darin wachsen, bis sich der Erdballen durchwurzelt hat (keine Quelltöpfe
/ Jiffy-töpfe benutzen!). Dann können Sie den gesamten Ballen
an den eigentlichen Pflanzort umsetzen (Balkonkasten, größere
Kübel, Beet). Bei dieser bequemen Methode sparen Sie sich einen
erheblichen Arbeitsaufwand: das Pikieren (vorsichtiges Herausziehen und
Umtopfen ganz junger Keimlinge). Das Pikieren bekommt sehr vielen Pflanzen,
wie Mohn, Eschscholzien und Lobelien nicht. Viele Jungpflänzchen
lassen beim Pikieren ihr Leben oder entwickeln sich später nicht
mehr richtig.
Wenn Sie drinnen vorziehen wollen, stellen Sie die Töpfe an einem
sehr hellen Fenster auf, aber nicht über der warmen Heizung! Besser
eignet sich ein ungeheizter Wintergarten oder ein Gewächshaus.
In unseren Pflanzenkollektionen sind weitere spezifische Aussaatinfos
zu jeder einzelnen Sorte enthalten.
Aussaat Schritt für Schritt
1. Schritt:
Befüllen Sie die Töpfe halb mit Blumenerde.
2. Schritt:
Streuen Sie Aussaaterde
5-7 cm dick auf die Blumen-erde. Leicht andrücken. In dieser Schicht
können die Sämlinge keimfrei heran-wachsen und später
in die nährstoffreiche Blumenerde hinabwurzeln.
3. Schritt:
Anschließend gießen Sie mit einer Brause-Gießkanne
alle Töpfe gründlich an! Der Brausekopf verteilt den harten
Wasserstrahl, so dass keine Krater in die Erde geschwemmt werden.
4. Schritt:
Säen Sie die Samen aus. Nehmen Sie die Samen zwischen
die Finger und verteilen Sie sie großzügig auf der Erdoberfläche.
Wenn Sie enger säen, müssen sie anschließend die zu dicht
wachsenden Sämlinge wieder heraus-zupfen. Das macht nicht nur unnötige
Arbeit, sondern stresst die Pflänzchen sehr.
5. Schritt:
Reiben Sie jetzt Aussaaterde zwischen den Handflächen über
den besäten Töpfen. Lassen Sie dabei die Erde auf die Samen
rieseln. Noch besser funktioniert das mit einem Erdsieb. Es verhindert,
dass Samen unter dicken Erd-klumpen erdrückt werden. Die Schichtdicke
für die einzelnen Sorten sind in den Aussaatanleitungen angegeben.
Jetzt nicht mehr andrücken!
6. Schritt:
Gießen Sie nochmals an. Unbedingt Brauseaufsatz verwenden!
Sonst schwemmt der Wasserstrahl die Samen total durch-einander. Haben
Sie keinen Brauseaufsatz, nebeln Sie die obere Erdschicht mit der Blumenspritze
ein.
7. Schritt:
Halten Sie die Töpfe bis zur Keimung stets leicht
feucht, aber nie nass. Stellen Sie die Töpfe sehr hell auf, denn
die keimenden Pflänzchen wachsen bei Lichtmangel schief und wenig
standfest heran. Wachsen Pflanzen zu dicht, zupfen Sie sie heraus. Die
Pflege der Pflanzen ist einfach. Etwa vier Wochen, nachdem die Samen
gekeimt sind und zu Jungpflanzen heran-gewachsen sind, beginnen Sie,
2 mal pro Woche einen ganz normalen Flüssig-dünger (kann der
billigste sein!) in der halben Dosierung wie auf der Flasche angegeben
ins Gießwasser zu tun. Ohne Düngung kümmern die Pflanzen
und blühen nicht sehr üppig! |